Die Mistel

Die Mistel
Viscum album

 

 

 

 

 

 


Über die Mistel:
Die Mistel ist ein kleiner, kugelig wachsender immergrüner Strauch mit ledrigen Blättern und unscheinbaren gelbgrünen Blüten die kleine weiße Beerenfrüchte ausbilden. Die Mistel wächst als Schmarotzer, je nach Unterart, auf Laub- und Nadelbäumen, außer auf Buchen. Eine weitere Besonderheit ist, dass gegen den übrigen Verlauf in der Natur die Früchte der Mistel im Winter heranreifen.

 

 
Die Mistel - Sagen, Mythen, Bräuche, Märchen, Aberglaube, Symbolkraft... eine kleine Auswahl:
Die Mistel steht in der Mythologie häufig in Zusammenhang mit Sterben, Tod und der Unterwelt.
Äneas (eine bedeutende Figur in der griechsich/römischen Mythologie) drang in die Unterwelt vor und konnte mit Hilfe eines magischen Mistelzweiges aus dieser zurückkehren. 
Der Gott Merkur, geleitete die verstorbenen Seelen in das reich der Toten, den Hades, die Pforten schloss er mit einem Mistelzweig auf.


In der Nordischen Mythologie ist es ein Mistelzweig der dem Gott Balder, Sohn von Odin und Frigg den Tod bringt. Balder träumt von seinem nahen Tod woraufhin Frigg allen Wesen, Pflanzen und Steinen das versprechen abnimmt ihrem geliebten Sohn keinen Schaden zuzufügen, nur die Mistel lässt sie aus. Bei einem Spiel der Asen, bei dem sie auf den unverwundbaren Balder mit Speeren, Steinen und Stöcken zielen, leitet Loki, Balders blinden Bruder Hödur an und gibt ihm zum schießen eine Pfeilspitze aus einem Mistelzweig mit dem Balder tödlich getroffen wird.


Den Kelten war die Mistel ein heiliges Zauberkraut. Es wurde das Ritual des Mistelschneidens der Druiden mit einer goldenen Sichel (vermutlich war sie wohl aus Bronze oder höchstens vergoldet, aber so wurde es eben überliefert, Zeitzeugen dürfen mich gerne korrigieren ;-) ). Dieses Ritual kennen auch viele aus den Asterix Comics, wo die Mistel ein wichtiger Bestandteil des legendären Zaubertrankes ist.


Das Ritual vom Kuss unter dem Mistelzweig, soll dem Pärchen Glück bringen, wahlweise sogar die ewige Liebe, steht ein Mädchen unter einem Mistelzweig darf sie einen Kuss nicht ablehnen und steht sie unter einem Mistelzweig und wird nicht geküsst so wird sie dem Brauch nach im kommenden Jahr nicht heiraten.
Woher der Brauch genau stammt, konnte ich nicht in Erfahrung bringen. Im sehr lesenswerten Buch: „Lexikon der Frauenkräuter“ von Margret Madejski, wird beschrieben, dass er seinen Ursprung in die Zeit des alten Babylon hat.

Es musste jede Frau sich einmal in Ihrem Leben im Tempel der Melitta der Prostitution hingeben und setzte sich dafür wartend unter einen Mistelzweig bis ihr der Erste symbolisch eine Münze zuwarf. Die Frauen durften auch nicht ablehnen, weiterhin galten die Kinder aus diesen Verbindungen dann als Halbgötter.


Letztlich geriet im Zuge der Christianisierung die Mistel als Hexenkraut in Verruf, sie wurde als Werkzeug des Bösen gesehen man sagte auch, dass da wo sie wuchs der Alp (ein Nachtgespenst) gesessen haben soll.
Wahlweise galt sie aber auch als schutzmagisch. Vor allem als Schutz gegen Verhexungen und den Bösen Blick wurden  aus der Mistel Amulette angefertigt.

 

Die Mistel in der Heilkunde:
In der Vergangenheit wurde die Mistel als Mittel gegen die Fallsucht (Epilepsie) eingesetzt.


Auch in der Frauenheilkunde fand und finden verschiedene Mistelzubereitungen teilweise noch Verwendung. Bei Kinderwunsch, Neigung zu Fehlgeburten, aber auch bei Myomen, Brustknoten, Endometriose und weiteren gutartigen Neubildungen.


Weiterhin wird die Mistel traditionell bei zu hohem Blutdruck und Verhinderung von Arteriosklerose verwendet.


Heutzutage ist aber wohl vor allen Dingen ihr Einsatz in der Krebstherapie bekannt.


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